„Mehrsprachigkeit als Ressource": Fröbel-Absolventin Rana Alshriteh präsentiert Best Practice beim 3. Fachtag zur frühkindlchen Bildung

Am 16. Oktober 2025 brachte der 3. Fachtag zur frühkindlichen Bildung von Fröbel e.V. und Stiftung Humboldt Forum Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft zusammen.

© Copyright: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Stefanie Loos
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Unter dem Titel „Sprachen und kulturelle Vielfalt in Familien und Kita" standen innovative Ansätze im Fokus, die sprachliche Vielfalt als wertvolle Ressource für Bildungsprozesse in der frühen Kindheit nutzen. Ganz besonders freute uns – die Fröbel Akademie – die Teilnahme von Rana Alshriteh, Absolventin der Fröbel Akademie Berlin, die mit ihrem kinderrechtsorientierten Konzept zur mehrsprachigen Bildungsarbeit überzeugte.

Wissenschaftliche Grundlagen und Praxisperspektiven im Dialog

Sandra Niebuhr-Siebert (Humanistische Hochschule Berlin) und Seyran Bostancı (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung) eröffneten mit ihren Fachvorträgen zur „sprachenbunten Kita" und zu diskriminierungssensibler Praxis den inhaltlichen Rahmen des Tages.

Die anschließende Paneldiskussion „Vielfältige Sprachen und Kulturen in der Praxis" brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen – von der sprachwissenschaftlichen Forschung über die Kita-Praxis bis hin zu Community-Erfahrungen. Mit dabei: Rana Alshriteh, Absolventin der Fröbel Akademie – Fachschule für Sozialpädagogik in berufsbegleitender Teilzeitform.

 Von der Facharbeit in die Praxis: Mehrsprachige Bildungsarbeit konkret gestalten

Rana Alshriteh stellte im Panel die zentralen Erkenntnisse ihrer Facharbeit „Mehrsprachige Bildungsarbeit im Kindergarten: mit Kindern und Familien – für Kinder und Familien" vor. Ihr Konzept verbindet eine klare kinderrechtsorientierte Haltung mit konkreten, alltagsintegrierten Handlungsansätzen.

„Welche Sprachen bekommen im Kita-Alltag Raum – und welche möglicherweise nicht? Diese Frage müssen wir uns kritisch stellen", betonte Alshriteh in ihrem Beitrag. Sie verknüpfte diese Reflexion direkt mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, insbesondere mit dem Recht des Kindes auf Achtung seiner kulturellen Identität und Sprache (Art. 29) sowie dem Schutz seiner Identität (Art. 8).

Best-Practice für die pädagogische Arbeit

Besonders überzeugten die praxisnahen Umsetzungen, die Alshriteh in ihrer Einrichtung bereits verankert hat:

  • Morgenkreise in den Sprachen der Familien: Kinder erleben die Wertschätzung ihrer Familiensprachen als selbstverständlichen Teil des gemeinsamen Alltags. Sprachliche Vielfalt wird hör- und erfahrbar, Routinen werden inklusiv gestaltet.
  • Vorleseaktionen mit Eltern: Familien werden eingeladen, in der Kita in ihrer Familiensprache vorzulesen. Die Kinder erfahren den ästhetischen Reiz verschiedener Sprachen und Zeichensysteme, während gleichzeitig Familienkulturen wertgeschätzt und Beziehungen zwischen Kita und Familien vertieft werden.

„Mit diesen alltagsintegrierten Ansätzen zeigt Rana Alshriteh beispielhaft, wie mehrsprachige Bildungsarbeit in der Praxis gelingen kann", würdigte Dr. Natalia Gagarina vom Leibniz-Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft das Konzept als „Best Practice". Wir freuen uns sehr über Rana Alshritehs wertvollen Beitrag zum Fachtag und danken ihr herzlich für ihre Bereitschaft, ihr Wissen und ihre praktischen Erfahrungen zu teilen. Eine gekürzte Fassung ihrer Facharbeit finden Interessierte in unseren Akademie-Texten unter https://froebel-akademie.de/akademie-texte.