Was geschieht, wenn 25 Menschen zum ersten Mal gemeinsam eine Ukulele in den Händen halten? Wenn aus einzelnen Tönen ein Rhythmus, aus aufmerksamem Hören ein Zusammenspiel und aus einer Gruppe ein Ensemble wird?
Ab August 2026 verbindet die Fröbel Akademie Berlin im dritten Semester Reggio-orientierte Bildungsarbeit, ästhetische Bildung und Musikpädagogik. Eine Instrumentenspende der Hans Thomann-Stiftung schafft dafür eine wichtige materielle Grundlage: 25 Ukulelen, eine Pauke, Bass-Klangbausteine, Koshi-Klangspiele, Glockenspiele, Boomwhackers, Handtrommeln und weitere Perkussionsinstrumente laden die Studierenden zum gemeinsamen Hören, Erproben, Erfinden und Musizieren ein.
Die Förderung setzt an einem entscheidenden Punkt an. Musikpädagogische Kompetenz entsteht nicht allein durch das Sprechen über Musik. Wer Kinder später zum Singen, Hören, Bewegen und eigenen Gestalten ermutigen möchte, muss musikalische Prozesse zunächst selbst erfahren: einen gemeinsamen Puls finden, auf andere hören, mit Stimme und Instrument antworten, eine musikalische Idee aufnehmen und weiterentwickeln.
Genau hier beginnt die Wirkung der Instrumentenspende. Die Studierenden lernen, elementare Ensembleprozesse anzuleiten, Lieder zu begleiten, Klänge zu differenzieren und offene musikalische Situationen zu gestalten. Dabei wird Musik nicht auf das Einüben fertiger Lieder reduziert. Sie wird als eigenständige Ausdrucksform und als eine der „hundert Sprachen“ verstanden, in denen Menschen wahrnehmen, denken, Beziehungen gestalten und der Welt Bedeutung geben.
Eine besondere Rolle übernimmt das gemeinsame Instrumentalspiel. Die 25 Ukulelen ermöglichen es einer ganzen Lerngruppe, gleichzeitig zu musizieren. Niemand bleibt auf die Rolle des Zuhörens beschränkt. Alle können einen Ton, einen Rhythmus oder eine Begleitung zum gemeinsamen Klang beitragen. Die Klang- und Perkussionsinstrumente erweitern dieses Spektrum: Sie machen Resonanz, Dynamik, Klangfarbe und musikalischen Dialog unmittelbar erfahrbar.
Die Förderung wirkt weit über den Unterricht an der Akademie hinaus. Derzeit studieren 91 angehende pädagogische Fachkräfte an der Fröbel Akademie Berlin. Über die Zusammenarbeit mit 43 sozialpädagogischen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg gelangen ihre Erfahrungen in die pädagogische Praxis. So können aus den ersten gemeinsamen Klängen an der Akademie später musikalische Bildungsgelegenheiten für viele Kinder entstehen.
Darin liegt die besondere Nachhaltigkeit der Förderung: Die Instrumente begleiten nicht nur eine einzelne Veranstaltung oder eine Semestergruppe. Sie werden über viele Jahrgänge hinweg in Lehrveranstaltungen, Übungen, Projekten und Praxisvorhaben eingesetzt. Studierende nehmen das Gelernte mit in Krippen, Kindergärten und Horte – dorthin, wo Kinder mit Stimmen, Bewegungen, Geräuschen und Klängen ihre eigenen musikalischen Sprachen entfalten.
Die Hans Thomann-Stiftung unterstützt damit nicht nur die Anschaffung von Instrumenten. Sie ermöglicht angehenden pädagogischen Fachkräften, selbst musikalische Sicherheit, Neugier und Freude am gemeinsamen Gestalten zu entwickeln. Und sie stärkt Menschen, die Kindern künftig Räume eröffnen, in denen Musik gehört, erforscht und immer wieder neu erfunden werden kann.
Die Fröbel Akademie Berlin bedankt sich herzlich bei der Hans Thomann-Stiftung für diese wertvolle und langfristig wirksame Unterstützung.