Zum Semesterabschluss: Eine kleine Reise nach „Reggio“

Zum Ende des Sommersemesters wurde die Fröbel Akademie in Berlin zum Raum für Wahrnehmung, Ausdruck und gestalterische Erkundung. Anlässlich des Semesterübergangs – alle Studierenden rückten auf, die Semestergruppe E 25.F bestand erfolgreich ihre Probezeit – luden fünf Workshops dazu ein, sich mit Stadt, Material, Bewegung, Klang und Sprache auseinanderzusetzen. Ganz im Sinne einer von der Reggio-Pädagogik inspirierten Haltung entstanden vielfältige Möglichkeiten, das Unsichtbare sichtbar und das Alltägliche bedeutungsvoll zu machen.

Stadt-Fund-Stücke – druckend erforschen

Die Stadt als Impulsgeberin: Mit offenen Sinnen bewegten sich die Studierenden durch den Stadtraum, sammelten scheinbar zufällige Objekte – Dinge, die berühren, irritieren, neugierig machen. Zurück in der Akademie wurden die Fundstücke mit experimentellen Drucktechniken bearbeitet. Durch Überlagerung, Verfremdung und Strukturspiel entstand eine Bildsprache, in der sich das Erlebte visuell verdichtete – sinnlich, eigenwillig und voller Materialpoesie.

 

Den Farben auf der Spur – ein Mandala aus Geschichten

Farben wurden zu Kompass und Erzählerinnen: Die Aufgabe, Objekte in den drei Grundfarben zu finden, führte die Studierenden hinaus – und zugleich hinein in eine bewusste Form des Sehens.
Aus den Fundstücken entstand ein Mandala – ein stilles, geordnetes Bild, das von Konzentration und Formgefühl geprägt war. Im zweiten Teil des Workshops wurden einzelne Objekte in Worte verwandelt: Sie erhielten Namen, Charakter, Geschichte. Ein kreativer Prozess, in dem Sehen und Sprechen, Ordnung und Fantasie aufeinandertrafen.

 

Hinter den Türen – Räume zum Sprechen bringen

Türen, Fassaden, Fenster – Schwellen zwischen Innen und Außen. Die Studierenden fotografierten architektonische Details, die etwas andeuteten: ein Gesicht, ein Blick, ein Geheimnis. Zurück in der Akademie wurden diese Eindrücke nicht nur reflektiert, sondern gestalterisch weiterentwickelt: In kleinen Spielszenen und Bewegungsstudien wurden die fotografierten Strukturen lebendig. Zwei Türen traten sogar in einen Dialog – augenzwinkernd, vielstimmig und durchaus tiefgründig.

 

Berlin. Bewegt. – wenn Eindrücke zu Bewegung werden

Der Stadtraum wurde zum Ausgangspunkt für performative Miniaturen. Fotografische Momentaufnahmen dienten als Auslöser für Haltungen, Bewegungen, kleine Szenen – ganz im Sinne eines ästhetischen Weiterdenkens. Die Wechselwirkung von äußerem Bild und innerem Ausdruck wurde erfahrbar: Was löst ein Ort in mir aus? Und wie kann ich diese Empfindung mit dem Körper erfahrbar machen? Ein Workshop zwischen Wahrnehmung und Darstellung, Reflexion und Improvisation.

 

Soundpainting – gemeinsam Klang gestalten

Wie übersetzt sich eine Geste in Klang? Und wie klingt ein gemeinsames Bild?
Im Workshop zum Soundpainting wurde eine visuelle Sprache zur musikalischen Ausdrucksform:
Mit Zeichen und Gesten dirigierten sich die Teilnehmenden gegenseitig zu spontanen Klangkompositionen – mit Stimme, Bewegung und Geräusch.
Im Mittelpunkt stand das genaue Beobachten, das Reagieren im Moment – und die Freude daran, etwas gemeinsam zu gestalten, bei dem sich alle mit ihren je eigenen Sprachen einbringen konnten.

 

Gemeinsam essen, gemeinsam feiern

Nach einem Tag voller Entdeckungen, Ausdrucksfreude und gestalterischem Erkunden kamen alle zum gemeinsamen Mittagessen zusammen.
Das von den Studierenden vorbereitete Buffet bot Raum für Austausch, Gespräch und Würdigung.
Im Anschluss wurden die Semesterzeugnisse überreicht – in Anwesenheit von Vertreter:innen der Lernorte Praxis.
Ein gemeinsamer Moment, der Perspektiven eröffnete und mit Zuversicht ins neue Semester führte.

 

Ein Tag voller Ausdrucksformen – voller Sprachen, Verwandlungen und Verbindungen.
Und ein Tag, der die Verbindung von Theorie und Praxis lebendig werden ließ – und Impulse setzt für das nächste Semester.